Kulturzentrum im Amerlinghaus
Péter Stefanovicz stellt seinen Erstling Talisman vor. Norma Norvald ihren Lyrikband Gewitterwarnung. Patrick Wolf liest aus Martin Lacroix (Hrsg.) Alle für Ajna.
Eintritt frei
Péter Stefanovicz: Talisman
Die Brüder Khaled und Hakim gehören zu den Hazara, der schiitischen, persischsprachigen Minderheit Afghanistans. Das Gepäck der Familie ist leicht, die Arbeit hart, Umbruch alltäglich. Noch als Kinder werden sie allein nach Iran geschickt, entzweien sich, verlieren sich aus den Augen. Auf Lesbos gestrandet, zieht Hakim in seinem Tagebuch Bilanz. In „Talisman“ gelingt Péter Stefanovicz, der selbst mal in einem Auffanglager gearbeitet hat, was UNICEF oder Amnesty in ihren Kampagnen oft nicht hinbekommen: Geflüchtete – in diesem Fall noch Flüchtende – zu rehumanisieren, sie aus der Statistik zu heben, mit einem Namen, einer Liebe und Sprache zu versehen, kurz: mit einem Leben.
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Martin Lacroix(Hrsg.): Mehr als Ajna
In Gesprächen mit 14 Autorinnen und Autoren erzählt Ajna ihre Lebensgeschichte: die Kindheit während des Krieges in Tschetschenien, der frühe Verlust des Vaters und das harte Leben im Haus der Stiefmutter, Flucht nach Österreich, frühe Mutterschaft, Unfalltod des Ehemannes und ihre Suche nach einer gleichberechtigten Partnerschaft. Immer wieder findet sie sich jedoch in gewaltvollen Beziehungen und Strukturen wieder.
„Eine berührende, beeindruckende Angelegenheit, und ein wunderschönes Buch.“ art.ist.in, Augustin
Norma Norvald: Gewitterwarnung
Kollektive Traumaerfahrungen von Krieg, Flucht, Verlust usw. werden in diesem Gedichtband in Form von lyrischen Fragmenten verarbeitet. In Fragmenten, weil ein ethischer Warumsinn seine Gültigkeit im Bestialischen und Schrecklichen verliert, und weil das menschliche Leid schlechthin sich unmöglich in logischen Konzepten einordnen lässt.
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